Ferrari spottet nach Megashow: Launches der anderen “zu virtuell”

Ferrari hat mit der spektakulären Präsentation des SF-23 am Dienstag neue Maßstäbe gesetzt und nicht nur die Fans des eigenen Teams begeistert
Charles Leclerc beim Shakedown mit dem Ferrari SF-23 in FioranoCharles Leclerc beim Shakedown mit dem Ferrari SF-23 in FioranoFerrari

Wer am Dienstag arbeiten musste und die Präsentation des Ferrari SF-23 nicht sehen konnte, der hat wirklich was verpasst! Nach einer ganzen Reihe seelenloser PR-Events, die von einer Mehrzahl der anderen Teams ziemlich uninspiriert abgewickelt wurden, zeigte die Scuderia aus Maranello einen Car-Launch der Extraklasse, ganz nach dem Geschmack der Tifosi.

“Ich habe mir die Launches der anderen Teams angeschaut. Ich finde, die waren ein bisschen zu virtuell, nur online”, sagt Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur. “Ich rede nicht gern über die anderen. Aber ich bin stolz drauf, dass wir es so machen, mit all den Tifosi an der Strecke, mit Gästen. Es ist ein richtig großer Event, und für uns ist es die beste Art und Weise, in die Saison zu starten.”

Die Highlights der phänomenalen Show gibt’s für alle, die den Livestream verpasst haben, in einem Highlightvideo auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de zu sehen. Und da ist wirklich alles drin: die Tifosi, die begeistert die italienische Hymne grölen, die ersten Eindrücke von Charles Leclerc und Carlos Sainz und sogar der erste Shakedown des SF-23.

Auch das war ein Novum: Noch nie zuvor in der Geschichte der Formel 1 hat ein Team den Shakedown des neuen Autos live im Internet übertragen. Und das noch dazu vor Publikum, das die Scuderia auf der Tribüne der Hausstrecke in Fiorano frenetisch feierte.

Leclerc gewann den Münzwurf von Vasseur und durfte daher zuerst fahren, aber nur zwei Runden. Die wurden live übertragen. Die drei Runden, die Sainz danach drankam, gab’s nur noch für Hardcore-Tifosi in der Ferrari-App zu sehen. Beide Shakedowns liefen glatt.

Sainz: So liefen die ersten Kilometer mit dem SF-23

“Es war wirklich toll”, applaudiert Sainz. “Ich muss das Team heute mal loben, was es auf die Beine gestellt hat. Das sind genau die Events, die die Formel 1 heute braucht, bei denen Medien, Fans und unsere Partner mit den Ingenieuren und Mechanikern zusammenkommen, die in den vergangenen Monaten an diesem Projekt gearbeitet haben.”

Sainz lobt eine “echte Präsentation”, bei dem auch noch die ersten Kilometer des Autos gezeigt wurden, ohne dass allzu strikte Geheimhaltung herrschte. Und er betont: “Wir waren als Team sehr mutig, das so zu machen, denn die erste Installationsrunde kann auch total schiefgehen. Aber wir sind das Risiko eingegangen und haben den Leuten mal was anderes geboten.”

Als Sainz anstelle von Leclerc ins Auto kletterte, hielt er sich nicht zurück: “Ich habe gleich gepusht. Ich habe Charles gefragt, ob alles okay ist, und er meinte: ‘Ja, fühlt sich alles okay an.’ Die Bremsen, das Auto, alles normal. Da habe ich gleich Tempo gemacht. Ich konnte sogar den Ingenieuren schon ein bisschen Feedback geben, auch wenn ich natürlich nicht ganz am Limit war.”

Das wäre auch gar nicht möglich gewesen, denn abseits der offiziellen drei Testtage in Bahrain, die am 23. Februar beginnen, dürfen die Teams nicht mit den Rennreifen für 2023 fahren, sondern nur mit Demopneus von Pirelli. Aber: “Alles ist perfekt gelaufen, nichts ist schiefgegangen”, freut sich Sainz.

Sainz: Erstes Feedback für die Ingenieure

“Ich konnte in den Kurven sogar ein bisschen Tempo machen und das Auto ein bisschen spüren. Und ich habe den Ingenieuren ein paar Dinge gesagt, an denen sie arbeiten können. Morgen haben wir unsere berühmten 100 Kilometer vor dem ersten Testtag in Bahrain. Erst in Bahrain werden wir dann wissen, wie das Auto performt und wie die Balance ist.”

Aber: “Die ersten Schritte sind gemacht”, sagt Sainz. Wer diese nicht live gesehen hat, der hat jetzt in einem Video auf dem YouTube-Kanal von Motorsport-Total.com (6:07 Minuten) Gelegenheit, sich die wichtigsten Höhepunkte des bisher spektakulärsten Car-Launchs 2023 noch einmal in aller Ruhe anzuschauen.